Papier, Pappe und Karton

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Das in den Städten und Gemeinden sortenrein eingesammelte Altpapier wird im Abfallwirtschaftzentrum des Main-Kinzig-Kreises von Störstoffen entfrachtet und zu vermarktungsfähiger Ballenware verpresst. Wegen der hohen Qualität des Altpapiers und dem geringen Anteil an Fehlwürfen wirft der Verkauf der Ballenware Erträge ab.

Damit die Bürgerinnen und Bürger selbst von ihrem Sammelergebnis profitieren, schüttet der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft die erzielten Überschüsse in voller Höhe an die Kommunen aus.

Bereits seit 2006 werden die Transporte von den Kommunen zum Abfallwirtschaftszentrum aus den Vermarktungserlösen finanziert – dies entspricht einer weiteren Entlastung der kommunalen Gebührenhaushalte von rund 320.000 € jährlich.

Die Getrenntsammlung von Altpapier ist also praktizierter Umweltschutz, der nicht nur den künftigen Generationen zugutekommt, sondern bereits jetzt das eigene Portemonnaie spürbar entlastet.

Leider geht die Verwendung von Recyclingpapier immer weiter zurück und das trotz der deutlich verbesserten Qualität der Recyclingware. Für den Umweltschutz ist dies eine bedauerliche Entwicklung, denn nach Schätzungen wird bereits weltweit jeder fünfte Baum für die Produktion von Zellstoff gefällt – dem Ausgangsprodukt für die Herstellung von Papier-Neuware. Der Energie- und Wasserbedarf für die Papierproduktion aus Holz ist um ein Mehrfaches höher als bei der Herstellung von Papier aus Altpapier, da die Zellulosefasern unter Einsatz von Chemikalien und hohem Energieaufwand aus dem zerkleinerten Holz herausgelöst und anschließend gebleicht werden müssen. Die Mengen an Abwasser und Abfällen, die bei diesem Prozessen entstehen, liegen um ein Vielfaches über den Mengen, die bei der Papierherstellung aus Altpapier anfallen. Zudem wird viel Energie für Transporte benötigt, da der Zellstoff meist aus Südamerika oder Kanada importiert wird. Wenn man bedenkt, dass andererseits das in Deutschland eingesammelte Altpapier zum Teil bis nach China vermarktet wird, sieht man, dass hier durchaus im Sinne des Umweltschutzes optimiert werden kann.

Viele kleine Schreibwarenläden haben wegen der geringen Nachfrage Recyclingpapier aus ihrem Sortiment genommen. Stattdessen werden Papiersortimente angeboten, die durch den Aufdruck von industrieeigenen Logos Umweltfreundlichkeit vorgaukeln, etwa durch den Hinweis, dass kein Tropenholz verarbeitet wurde (Tropenholz ist in anderen Papieren auch nicht enthalten).

Jeder sollte prüfen, ob er nicht durch die Verwendung von Recyclingpapier einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann. Gerade bei Haushalts- und Hygienepapieren sind ausgezeichnete Qualitäten von Recyclingware im Einzelhandel und auch bei Discountern erhältlich.