Abfallwirtschaftszentrum Gelnhausen-Hailer

Die zentrale Entsorgungsanlage des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen-Hailer hat sich seit Mitte der neunziger Jahre von einer Kreismülldeponie zu einem modernen Abfallwirtschaftszentrum entwickelt. Sowohl Kommunen als auch Bürger können ihre Abfälle hier anliefern.

Der herkömmliche Deponiebetrieb ist bereits seit 2005 eingestellt. Abgelagert werden nur Erde und inerte Deponiebaustoffe zur Gestaltung des endgültigen Deponieprofils. Auf den Deponiekörper wird eine aufwendige Oberflächenabdichtung aufgebracht, die das Eindringen von Regenwasser und den diffusen Austritt von Deponiegas verhindert. Mehr als die Hälfte der Deponie ist bereits abgedichtet; der Rest folgt in den kommenden Jahren, wenn die Setzungen des Müllkörpers weitgehend abgeklungen sind.

Lag der Schwerpunkt noch vor wenigen Jahren auf der Deponierung der angelieferten Abfälle, stehen heute Recycling und Wertschöpfung im Mittelpunkt.

Im Eingangsbereich des Abfallwirtschaftszentrums befindet sich ein Wertstoffhof für Kleinanlieferungen, wo verschiedene Container bereitstehen, in die Bürger ihre Abfälle sortieren können. Elektrogeräte werden in einem extra Bereich nach verschiedenen Gruppen getrennt, um sie bestmöglich verwerten zu können.

In der Altpapierhalle werden das im Main-Kinzig-Kreis gesammelte Papier, sowie Pappe und Karton zu Ballen gepresst und für den Transport zu Papierfabriken bereitgestellt.

Aus dem Sperrmüll werden die verwertbaren Bestandteile zur späteren Verwertung aussortiert. Zunächst werden mit Greifbaggern großstückige Wertstoffe aussortiert, anschließend werden in der Sperrmüllsortieranlage kleinstückige Wertstoffe per Hand aussortiert.

Für Hausmüll wurde im Abfallwirtschaftszentrum eine Umschlagstation errichtet, die baulich aus zwei Tiefbunkern mit jeweils 200 m3 Fassungsvermögen und zehn Containerstellplätzen für 40-m3-Containern besteht. Müllfahrzeuge aus dem Raum Gelnhausen und Schlüchtern laden hier ihren Abfall ab, der dann in Großraumcontainern zusammengefasst nach Offenbach transportiert wird. So werden jährlich mehrere tausend Transportkilometer gespart und die Müllfahrzeuge sind schneller wieder an ihrem Einsatzort.

Außerdem verfügt das Abfallwirtschaftszentrum über eine abgedichtete Lagerfläche, auf der Hausmüll zwischengelagert werden kann, wenn das Müllheizkraftwerk Offenbach kurzzeitig keine Abfälle annehmen kann.

Um das Deponiegas und Sickerwasser aus dem Inneren des Deponiekörpers zu erfassen, zu verwerten beziehungsweise zu reinigen gibt es eine Gasverwertungsanlage sowie eine Sickerwasserreinigungsanlage. Das klimaschädliche Deponiegas (Methan) wird in Gasmotoren verstromt und das Sickerwasser mit einem Umkehrosmoseverfahren gereinigt.