Gasverwertungsanlage

Deponiegasverwertung auf den Hausmülldeponien Hailer und Hohenzell

Abfallwirtschaftszentrum Gelnhausen-Hailer: Gasverwertungsanlage

Auch in dem nahezu sauerstofffreien Milieu im Inneren von Deponien finden biochemische Abbauprozesse statt. Dabei entsteht Sickerwasser und ein Deponiegas, das sich hauptsächlich aus Methan und Kohlendioxid zusammensetzt. Methan ist brennbar, leichtentzündlich und nach Kohlendioxid das bedeutendste Treibhausgas, wobei es 20 – 30-fach stärker wirkt als Kohlendioxid. Ohne entsprechende Maßnahmen würde das Gas entweichen, unangenehme Gerüche verbreiten und den Treibhauseffekt begünstigen. Außerdem kann sich das Deponiegas unterirdisch ausbreiten, die Wurzeln von Pflanzen schädigen und sich in Hohlräumen, z. B. Kellern von Gebäuden, sammeln, so dass die Gefahr von Verpuffungen besteht. Wegen seiner Klimaschädlichkeit und aus Sicherheitsgründen muss Methan schadlos entsorgt, d.h. abgefackelt oder zur Energieerzeugung genutzt werden.

Um bei der Beseitigung des Methans den Energiegehalt sinnvoll zu nutzen, hat der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft auf beiden Deponien Gasverwertungsanlagen errichtet. In Schlüchtern-Hohenzell wurde im Juli 1997 eine Anlage mit einer elektrischen Leistung von 190 kW in Betrieb genommen. Die Anlage in Gelnhausen-Hailer wurde in zwei Stufen ab März 2000 mit einer elektrische Leistung von 1227 kW installiert. Da die Menge des Deponiegases sich mit zunehmendem Alter der Ablagerungen deutlich reduziert hat und die weiterentwickelten Gasmotoren weniger störanfällig laufen und auch mit niedrigeren Brennwerten zurecht kommen, wurde 2018 ein neuer Gasmotor mit 450 kW installiert. Ergänzt wurde der Motor durch eine ORC-Anlage, die in einem geschlossenen Wärmekreislauf über eine Turbine weitere 30 kW elektrische Leistung aus der Abgaswärme produziert.

Das Deponiegas wird zunächst getrocknet, gereinigt und anschließend in den Gasmotor geleitet. Zur Verminderung von Luftschadstoffen sind die Gasmotoren zusätzlich mit einem Katalysator ausgestattet. Das bei der Reinigung des Deponiegases anfallende Kondensat wird in die Sickerwasserreinigungsanlage geleitet und dort behandelt.

Im ersten Halbjahr 2007 wurden in Gelnhausen-Hailer 3250 Megawattstunden Strom produziert, davon wurden rund 1090 Megawattstunden für den Eigenbedarf der Deponie benötigt, die verbleibenden 2160 Megawattstunden wurden in das Stromnetz eingespeist.

Um den Wirkungsgrad der Deponiegasverwertung zu steigern, wurde 2008 eine Wärmeauskopplung aus der Abgaswärme der Gasmotoren nachgerüstet. Die ausgekoppelte Wärme wird dabei durch ein Wärmeträgeröl in die Sickerwasserreinigungsanlage geleitet und dient dort zum Eindampfen des Sickerwassers und zum Nachtrocknen der aufkonzentrierten Salzlauge in einem Dünnschichttrockner. Im Zuge des Umbaus der Anlage erfolgt die Wärmeerzeugung jetzt durch ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk.

Seit 2008 wurden durch die Einsparung des dahin für die Trocknung zuvor ausschließlich verwendeten Erdgases klimaschädliche CO2-Emissionen in einer Menge von rund 890 Tonnen pro Jahr vermieden.


Abfallwirtschaftszentrum Deponie Gelnhausen-Hailer

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